Auf einem Felsvorsprung über der Terradets-Schlucht und dem Noguera-Pallaresa-Stausee thronend, ist das Castell de Mur eines der besten Beispiele frühmittelalterlicher Militärarchitektur im Pyrenäenvorland. Zusammen mit der angrenzenden romanischen Stiftskirche Santa Maria de Mur bildet es ein Ensemble von außergewöhnlichem historischen und künstlerischen Wert.
Die Burg wurde im 10. Jahrhundert von den Grafen von Pallars als Teil des südlichen Grenzbefestigungssystems gegen maurische Einfälle errichtet. Der zylindrische Bergfried — etwa 15 Meter hoch — und die Kurtinen stammen hauptsächlich aus dem 11. Jahrhundert und folgen dem klassischen lombardisch-romanischen Stil, den italienische Baumeister nach Katalonien brachten.
Die Stiftskirche Santa Maria, um 1069 gegründet, war eine der bedeutendsten religiösen Einrichtungen der Region. Ihre Apsis war mit außergewöhnlichen romanischen Fresken geschmückt, die Christus in der Majestät und Szenen aus der Apokalypse darstellten. Tragischerweise wurden diese Fresken 1919 entfernt und an das Museum der Schönen Künste in Boston verkauft, wo sie sich noch heute befinden. Reproduktionen schmücken nun das Apsisinnere.
Burg und Kirche wurden 1931 zum Nationaldenkmal erklärt. Laufende Restaurierungsarbeiten haben die Türme und Mauern gesichert, und das kleine Dorf Mur — mit nur einer Handvoll ständiger Einwohner — verstärkt das Gefühl, in der Zeit zurückzureisen.